Essen als Belohnung - Gastbeitrag von Pia Becker

Wer viel gutes isst, darf auch mal Ungesundes essen.

 

Die Tafel Schokolade nach getaner Arbeit ist einfach mein Zeichen für mich: Das hast du gut gemacht. 

 

Die Tüte Chips verbuche ich einfach als Gönnung.

 

Keiner dieser Sätze ist vom Grundsatz her schlecht oder ein absolutes No-Go auf deinem Weg zu einem gesunden Lebensstil. Das schwarz-weiß Denken sollte man bei Ernährung sowieso ganz schnell beiseite legen - unsere Gesellschaft heutzutage ist eh schon viel zu gefährdet für Essstörungen. Einer dieser Sätze ist jedoch auf seine ganz eigene Art „gefährlicher“, als die anderen. Erkennst du ihn? Ich meine:

 

„Die Tafel Schokolade nach getaner Arbeit ist einfach mein Zeichen für mich: Das hast du gut gemacht.“

 

Essen in einen Belohnungszusammenhang zu setzen ist aus verschiedenen Gründen keine gute Idee. Wir schauen uns heute mal an wieso und ich erkläre ich dir, wie du die Problematik vielleicht besser angehen kannst. 

 

Also: Warum ist es eigentlich so problematisch sich mit Essen zu belohnen? Oder auch: Die Sache mit dem Klebeband.

 

Kennst du Leute, die alles mögliche mit diesem silbernen Klebeband reparieren? Mein Papa und mein Freund sind da ganz groß drin. Da gibt es quasi nichts, was man nicht im ersten Versuch mal mit Gaffa zusammenklebt. Das hält meistens tatsächlich so gut, dass es ein richtiger Akt ist das Zeug wieder abzubekommen. 

 

Sowas ähnliches macht dein Gehirn mit Gewohnheiten. Wenn an eine Auslöser-Situation erst einmal eine Reaktion geknüpft ist, bekommt man die beiden kaum noch auseinander gefriemelt. Das war sogar ein eigener Teilbereich der Motivationspsychologie, den ich im Studium büffeln durfte. 

 

Ein Begriff, der damit eng zusammenhängt und dir vielleicht bekannt vorkommt ist die „Konditionierung“. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht in wissenschaftliches Geschwafel abdriften, sondern dir kurz und knapp sagen, welche Konsequenz das für dich im Bezug auf das Thema „Essen als Belohnung“ hat. 

 

Die Verknüpfung von Belohnung und (ungesundem) Essen führt über kurz oder lang dazu, dass in deinem Kopf eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen beidem entsteht. Sobald du also das Gefühl hast dich belohnen zu wollen… wirst du zur Schokolade greifen - und das in den meisten Fällen ohne auch nur darüber nachzudenken. Das ganze funktioniert aber eben auch in die andere Richtung: Schokolade „darf“ demnach nur gegessen werden, wenn es einen Grund gibt sich zu belohnen. 

 

Wir haben da also auf der einen Seite das Problem, dass man sich während einer Abnehmphase extrem zusammenreißen muss, sich nicht mehr mit dem puren Zucker zu verwöhnen. Andere Belohnungen fühlen sich einfach nicht gleichwertig an - Macht der Gewohnheit trifft es hier ganz gut. Dabei erfordert so eine Phase ja auch so schon extrem viel Willenskraft und Disziplin.

 

Und in einem zweiten Schritt entwickelst du eine ungesunde Einstellung dazu, wann man sich auch mal etwas ungesundes gönnen darf. Du merkst… da begibst du dich in ein Regelwerk, dass Ernährung zu einem echten Kampf macht, statt es einfach bei dem zu belassen was es ist: Einer von vielen Teilen deines alltäglichen Lebens.

 

Zum Thema Einstellung zu gesunden/ungesunden Lebensmitteln ist der High-Heels vs. Sneaker Vergleich eigentlich immer ein spannender Denkanstoß.

 

Gut, dann haben wir jetzt geklärt, wieso diese Verknüpfung deinen gesunden Lebensstil auf Dauer eher erschwert. Aber was machen wir jetzt mit dem Wissen? Ich schlage vor, wir schauen uns in zwei simplen Schritten an, wie wir diese Erkenntnis nutzen können, um das Thema besser anzugehen. 

 

Schritt 1: Verknüpfe das Belohnungsgefühl mit etwas, das dir langfristig gut tut.

 

Na gut, langfristig eher schädigende Gewohnheiten mit Klebeband an Belohnungen zu klatschen ist keine gute Idee. Du könntest also in einem ersten Schritt etwas, was dir wirklich gut tut mit Belohnung verknüpfen. Wie wäre es mit einem ausgedehnten Spaziergang? Einem Mini-Spa Erlebnis oder ein paar Seiten lesen? Dir fallen sicher tausend Dinge ein, die dich entspannen und dir gut tun - da kennst du dich selbst am besten.

 

Falls du vorher jemand warst, der sich häufig mit Essen belohnt hat, ist es ganz normal, dass die Umgewöhnung schwer fällt. Leider fällt es unserer Psyche sehr viel leichter Gewohnheiten zu erlernen, als sie wieder los zu werden. Wie genau das funktioniert ist eher Stoff für ein ganzes Buch und würde den Rahmen hier sprengen. Aber du weißt ja jetzt, wofür es gut ist und ich bin mir sicher du hältst es durch. Du kannst mich auch gern jederzeit auf Instagram unter piakraftherz anschreiben - ich gebe mir große Mühe Fragen schnell zu beantworten. 

 

Schritt 2: Mache Belohnungen nicht zur Regel.

 

Das klingt erst mal so ganz und gar nicht ansprechend, oder? Um dauerhaft motiviert zu bleiben, ohne in eine Abhängigkeit von der Belohnung zu geraten, ist es aber der einzige Weg. Wieso? Ich probier es mal kurz und knapp zusammenzufassen:

 

Hat man sich einmal daran gewöhnt für ein gewisses Verhalten belohnt zu werden und diese Belohnung bleibt aus… dann war’s das mit der Motivation. Das gilt übrigens in sämtlichen Lebenslagen. Selbst, wenn die Motivation vorher „intrinisch“ war - das bedeutet du musstest nicht von außen motiviert werden, sondern hattest einfach so Spaß an der Tätigkeit an sich. Selbst die ist weg, wenn eine Belohnung ausbleibt, an die man sich gewöhnt hat. Heftig und gleichzeitig super ärgerlich oder? Aber auch das Problem kannst du super lösen. 

 

Um das Prinzip dahinter zu erklären hätte ich dir jetzt am liebsten etwas über Tauben erzählt, aber der Artikel wird zu lang und du bist ja auch keine Taube. Also vielleicht beim nächsten Mal und gleich zum Punkt: Trickse dich selbst aus. Überlasse es dem Zufall, ob du belohnt wirst oder nicht. Wirf eine Münze, würfle es aus oder bastel dir eine kleine Losbox mit Belohnungen und Nieten. Deiner Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass du das ganze erst machst nachdem du bereits beispielsweise Sport gemacht oder eine andere Aufgabe erledigt hast und, dass du das „Prinzip“ nicht durchschauen kannst - Zufall eben. 

 

Ich hoffe diese Tipps helfen dir das „Problem“, Essen als Belohnung zu sehen, zu umgehen und danke dir für deine Zeit. Es würde mich total freuen, wenn wir uns mal wieder lesen und du deine Erfahrungen mit mir teilst. Hab einen wunderschönen Tag! 

 

Deine Pia.


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