Kinder vom gesunden Essen überzeugen

Ich habe mich am Wochenende mit einer Freundin darüber unterhalten, wie man Kinder dazu kriegt Gesundes zu essen. Wir haben ja eine Verantwortung als Eltern und es ist ja auch entscheidend wichtig für das Immunsystem der Kinder. 

Ich fing dann einfach an zu erzählen, was ich so mache und was man machen kann und sie sagte, ich solle unbedingt einen Blogartikel daraus machen.

 

Also voilà!

 

Wir werden grob 3 Bereiche habe: 

- Berührungspunkte mit gesundem Essen herstellen

- Hemmungen nehmen, ausprobieren und entscheiden lassen

- Konsequent sein

 

Hier nach und nach ein paar Tipps und Strategien:

 

1. Einkaufsralley

Oft sagt man ja dem Kind "Du darfst dir irgendwas im Geschäft aussuchen". Logisch, dass die dann zum Überraschungsei greifen. 

Ich habe mit meinen Kindern was anderes gemacht: Ich habe Bilder von Obst und Gemüse online rausgesucht, in eine Word-Datei am PC eingefügt und ausgedruckt. Den habe ich dann den Kindern in die Hand gedrückt, die ins Geschäft mitgenommen (am besten ein kleineres Geschäft, damit die nicht gleich überfordert sind) und denen gesagt, die sollen alles, was auf der Liste (auf den Bildern) ist suchen und in den Einkaufswagen tun. Als eine Art Spiel oder Ralley.

Das kann man dann auch mit einer Belohnung verknüpfen, wobei ihr am besten nichts Essbares nehmt, sondern ein Buch/eine Serie, die die dann gucken dürfen o.ä.

 

2. Kinder bei der Essenszubereitung helfen lassen

Selbstzubereitetes Essen schmeckt doch eh meist besser?! Die meisten Kinder lieben es in der Küche mitzuhelfen. Man kann ja anfangen sie mit einem Buttermesser weiche Sachen schneiden zu lassen und dann wenn sie gut damit umgehen können auf ein etwas schärferes steigern. Oder die Rührschüssel umrühren oder das Geschnittene in die Schüssel zu tun.

Lasst sie ruhig auch die einzelnen Zutaten probieren oder an den Gewürzen riechen.

Ich weiß, man braucht mehr Zeit und Nerven, wenn die Kinder mithelfen. Das muss man sich dann einplanen und sich drauf einlassen. Aber es lohnt sich definitiv! Wir wollen die Kinder ja nicht abschrecken mit gesundem Essen, sondern es ihnen schmackhaft machen. 

 

3. Kindern die Wahl lassen

Meine Kinder dürfen sich aussuchen, was sie neben einem Brot zur Kita mitnehmen oder nachmittags snacken wollen. Dabei lasse ich ihnen aber nicht komplett freie Wahl, sondern lege ihnen einiges zur Auswahl hin. Z.B. Gurke, Cherry-Tomaten, Banane, Apfel, Beeren, Nüsse...

Und dann lasse ich die Kinder aussuchen. Ich lasse sie ebenfalls aussuchen WIE sie Entsprechendes essen wollen. Mein Sohn liebt es die Gurke oder den Apfel als Ganzes zu essen, mein Tochter bevorzugt es geschnitten. So haben die Kinder das Gefühl mitentscheiden zu können und lenken tendenziell eher ein.

 

4. Süßigkeiten nicht als Belohnung

Es ist für die langfristige Entwicklung kritisch Süßigkeiten oder Essen als Belohnung oder Trost anzubieten. Es kann nämlich dahin führen, dass das Kind das auch wenn es Erwachsen ist beibehalten kann, was wiederum zu einer Essstörung führen kann. Was würde mit unserer Gesundheit und Figur passieren, wenn wir immer Essen würden, wenn wir Trost brauchen, Stress haben oder uns eine Belohnung gönnen?!

 

5. Was es nicht gibt, kann auch nicht gegessen werden

Wenn ihr z.B. auch milchfreie Ernährung umstellen wollt, hilft es nicht immer noch eine Packung Milch im Kühlschrank stehen habt. Die Kinder werden sie sehen und wollen. Wenn es aber halt nur Hafermilch gibt (meine Kinder lieben sie übrigens, weil sie auch leicht süßlich ist), dann bleibt ihnen nichts übrig als die oder Wasser zu trinken.

 

6. Konsequent sein

Meine Freundin sagte, dass ihr Kinder dann einfach nicht essen wollen, wenn es etwas gibt, dass sie nicht mögen. Ich würde die Kinder nicht zwingen es zu essen, sie müssen dann allerdings bis zur nächsten Mahlzeit warten, bis es etwas gibt. Das machen die 2-3 Mal und dann wird der Hunger ihnen schon mitteilen, dass sie besser essen sollten. Da gehen die Meinungen natürlich auseinander. Wenn einem das zu extrem ist, kann man dem Kind eine gesunde Alternative anbieten, wie z.B Gemüse (Obst besser nicht, weil das ist süß und nicht jede Mahlzeit sollte aus Süßem bestehen - auch wenn es Obst ist).

Und eine andere Komponente bei dieser Rechnung ist: Wenn man Dinge, die man nicht mag, trotzdem öfter isst, gewöhnt man sich dran und mag sie irgendwann. Ich habe das von so vielen im Bezug auf Oliven, Pilze oder Hülsenfrüchte gehört.

 

Findet heraus, was da am besten für euch als Familie funktioniert.

 

Mache dir einfach bewusst, dass du die Verantwortung für deine Kinder hast und welche Grundsätze du ihnen in die Wiege legen möchtest. Je früher du damit anfängst bei ihnen, desto einfach wird es werden.

 

Wenn meine Kinder mich dann manchmal nach dem Warum fragen, sage ich ihnen: "Ich bin eure Mama und ich habe euch unendlich liebt. Und mein Job ist es dafür zu sorgen, dass es allen gut geht und wir gesund sind. Deswegen passe ich auf, dass ihr euch nicht haut oder weh tut oder eben auch gesundes Essen bekommt. Weil ich möchte, dass ihr einen starken Körper und einen klar denkenden Kopf habt." (Ja gesunde Ernährung ist ebenfalls dafür zuständig, wie konzentriert und aufnahmefähig die Kinder sind).


Sieh es nicht als Belastung, sondern als Unterstützung. Wie das Anschnallen im Auto. Es ist ein Schutz. Und wir sind dafür verantwortlich unsere Kinder zu schützen.

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